Energy Flash 03.07.2019

Vergangene Woche haben die Schweiz und weitere Teile Europas eine aussergewöhnliche Hitzewelle erlebt. Die Zahl der Hitzegeschädigten nahm laut Medieninformationen drastisch zu. Kreislaufzusammenbrüche, Sonnenstiche, Hitzeschläge, aber auch Trinkwasserknappheit für Menschen und Tiere waren das Ergebnis. Mindestens 7 Menschen kamen europaweit ums Leben. In Frankreich stiegen die Temperaturen am Freitag mit 45.9 Grad auf den höchsten dort jemals gemessenen Wert. In Brandenburg Deutschlands und in der südkatalanischen Provinz Tarragona waren Einsatzkräfte der Feuerwehr tagelang damit beschäftigt, verheerende Waldbrände in den Griff zu bekommen. Hierzulande wurde am Sonntag der Spitzenwert von 37 Grad im französischen Sion (Sitten im Kanton Wallis) erreicht, was einem Juni-Allzeitrekord entspricht. Damit wurden die Höchstwerte vom Donnerstag und Freitag nochmals übertroffen. Das Schlimme scheint überstanden zu sein. Doch droht jetzt mit den Gewittern ein Unwetter. Gegenüber letzter Woche wird ein Temperaturrückgang erwartet, tagsüber liegt sie um die 30 Grad, es wird zunehmend schwül mit Gewitterrisiko und Schauern. Der europäische Wetterdienst Eurowind geht ab dem 1. Juli von einem Rückgang unter den saisonalen Durchschnitt aus.

Der Spotmarkt und das kurze Ende des Strommarktes gaben letzte Woche deutlich nach, hervorgerufen durch den höheren Beitrag der Erneuerbaren an der Stromproduktion. Im Nachbarland Deutschland lag dieser laut Eurowind bei ca. 45 GW am vergangenen Mittwoch respektive knapp 50 GW am Donnerstag. Hingegen profitierte das lange Ende des Strommarktes (Frontjahr 2020) von den verbesserten Notierungen am CO2-Emissionsmarkt und kletterte am Donnerstagvormittag auf bis zu 54.50 EUR/MWh in der Grundlast.

Ein Aufatmen gibt es beim Handelskrieg zwischen den USA und China. Beim G20-Gipfel in Osaka/Japan am vergangenen Wochenende kam etwas Bewegung im US-chinesischen Handelsstreit, was für Euphorie an den Finanzmärkten und vor allem beim Rohöl sorgte – und damit auch indirekt die Energiemärkte stützte. Allerdings kann die Stimmung schnell wieder verfliegen, da nur die Wiederaufnahme der Gespräche beschlossen wurde, keinesfalls ein Ende des Handelsstreits oder gar ein abgeschlossenes Handelsabkommen zwischen den beiden Weltmächten. Die US-Regierung hatte Strafzölle auf chinesische Importgüter im Wert von 300 Milliarden Dollar angedroht und den chinesischen Konzern Huawei sowie 68 seiner Tochtergesellschaften weltweit auf eine schwarze Liste gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Fürs Erste sieht nun der US-Präsident von der angedrohten Verhängung von Strafzöllen auf die chinesische Importgüter im Wert von 300 Milliarden Dollar ab. Auch darf der chinesische Konzern Huawei von US-Partnern wieder beliefert werden, zumindest vorläufig. Ob der chinesische Hightech-Gigant wie von seinem Präsident Xi Jinping verlangt von der schwarzen Liste komplett gestrichen wird, macht Trump vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China abhängig. Im Handelsstreit mit der Volksrepublik geht den Amerikanern vor allem darum, das amerikanische Handelsdefizit abzubauen. Dieses stieg 2018 auf etwas mehr als 420 Milliarden Dollar. Die Chinesen hatten zur Linderung versprochen, mehr Lebensmittel, Erdöl, Flüssiggas und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Mais und Soja aus den USA zu importieren.