Energy Flash 07.08.2019

Zwischen den EUA-Futures und dem Terminmarkt Strom herrscht nach wie vor ein hoher Gleichlauf und somit spielen wieder einmal die Emissionsrechte eine wichtige Rolle für den Anstieg beim Cal 20. Der im Dezember 2019 fällige EUA-Future an der ICE startete letzte Woche zum Wochenstart einen neuerlichen Anlauf auf die Marke von 30.00 Euro je Tonne, bei 29.28 Euro ging aber den Bullen die Kraft aus. Im Zuge der Konsolidierung bei den EUA-Futures, bei der der Benchmark-Kontrakt bis auf 27.69 Euro am vergangenen Mittwoch zurückfiel, konnte auch das Cal 20 das Preisniveau von vergangener Woche nicht mehr halten und musste einen Rückgang auf 55.45 Euro je Megawattstunde hinnehmen. Aber mit dem Wechsel auf den Monat August, in dem die Auktionsvolumina traditionell niedriger sind und in diesem Jahr noch zusätzlich durch die Marktstabilisierungsreserve verringert werden, starten die EUA-Futures einen erneuten Preisanstieg, der diesmal bis auf 29.49 Euro ging. Gebremst wurde dies jedoch am Freitag durch die Schwäche bei Rohöl und anderen Energieträgern aufgrund der Ankündigung von Donald Trump, dass ab dem 1. September auch die restlichen US-Importe aus China mit Strafzöllen in Höhe von 10 Prozent belegt werden. Der Markt befürchtete deshalb, dass die Auswirkungen auf die Industrie auch den Bedarf an CO2-Emissionsrechten belasten dürften. Dennoch verblieb bei den EUA-Futures im Wochenvergleich ein Plus von 3.4 Prozent auf 29.26 Euro. Der aktuelle Rücksetzer bei den Strompreisen bietet im Vergleich zu den Vorwochen jedoch gute Einkaufsmöglichkeiten.

In der ersten Wochenhälfte ging es mit den Ölpreisen noch nach oben. Neben der geopolitischen Risikoprämie, die aufgrund der anhaltenden Spannungen und der Wende in der britischen Politik, nun doch zusammen mit den USA gegen den Iran vorzugehen, weiterhin hoch bleibt, unterstützten auch Hoffnungen hinsichtlich der FOMC-Sitzung der Fed sowie der Verhandlungen zwischen den USA und China in Shanghai die Ölpreise. Aber die letzten beiden Faktoren wurden dann zur Belastung. Selbst von Mitgliedern des FOMC kam die Forderung, nach einer kräftigeren Zinssenkung um 50 Basispunkte. Hierdurch gingen die Finanzmärkte doch davon aus, dass es zu einer positiven Überraschung einer stärkeren Zinssenkung kommen sollte. Die Mehrheit konnte sich jedoch nur auf einen Zinsschritt in Höhe von 25 Basispunkte einigen, wobei zwei Mitglieder für keine Zinssenkung votierten. Auch sieht die Fed diesen Schritt als einmalige Versicherungsprämie, nicht jedoch als den Beginn eines Zinssenkungszyklus. Die Verhandlungen in Shanghai endeten wie eigentlich zu erwarten war, ohne konkretes Ergebnis, aber mit der Vereinbarung der nächsten Verhandlungsrunde am 1. September 2019. Ob es allerdings dazu kommen wird, ist fraglich. Die beiden Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping verlautbarten bei ihrem Treffen am Rande des G20-Gipfel Ende Juni in Osaka, dass es während der Verhandlungen zu keinen weiteren Strafzöllen kommen soll. Aber Donald Trump hält sich nicht an Vereinbarungen und kündigte am Donnerstag nach Handelsschluss in Europa an, dass ab dem 1. September auch ein Strafzoll von zunächst 10 Prozent auf die restlichen US-Importe aus China im Umfang von rund 350 Milliarden US-Dollar erhoben wird. Die Strafzölle könnten darüber hinaus weiter angehoben werden, auch über die 25- Prozent-Grenze hinaus.