Energy Flash 08.08.2018

Wegen der anhaltenden Hitze haben einzelne Kernkraftwerke in Deutschland ihre Leistung heruntergefahren. Dadurch soll der Anstieg der Wassertemperatur in den angrenzenden Flüssen durch das eingeleitete Kühlwasser begrenzt werden. Einschränkungen bei den Kernkraftwerken gibt es auch in der Schweiz. Das KKW Mühleberg musste die Leistung um 10 Prozent drosseln. Dadurch wird die Menge des zurückgeleiteten Kühlwassers reduziert, das den Fluss Aare zusätzlich aufheizt. Das älteste noch in Betrieb befindliche Kraftwerk der Welt in Beznau steuert ebenfalls auf eine erste Drosselung in diesem Jahr zu. Auch in Frankreich mussten letzten Freitag, aufgrund der hohen Wassertemperaturen der Rhone, vier Kernreaktoren den Betrieb einstellen. Insgesamt haben die hohen Temperaturen und die sinkenden Wasserstände der Flüsse die Stromversorgung bislang aber nur wenig beeinträchtigt.

Die Energiebörse EEX wird möglicherweise den Stromhandel bald über zehn Jahre im Voraus ermöglichen. Bisher ist dies für maximal sechs Jahre möglich. Wie eine Börsensprecherin mitteilte, wird das Projekt derzeit von der Börse und ihren Kunden diskutiert. Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Auffällig ist, dass sich die Liquidität bei den späten Kontrakten zuletzt deutlich erhöht hat. Wie die Börse weiter mitteilte, sind diese entfernten Kontrakte besonders für das Hedging von Power Purchase Agreements (PPA) interessant. Das sind langfristige Stromabnahmeverträge, die sich zu einem Schlüsselinstrument für die Finanzierung von Erneuerbaren-Projekten entwickelt haben.

Der Ausstoss einer Tonne CO2 wird in der EU schon bald richtig teuer. Das lässt sich aus Preisprognosen von acht Analysten schliessen, die die Nachrichtenagentur Reuters nach ihrer Einschätzung für CO2 in den Jahren 2019, 2020 und erstmals auch 2021 befragt hat. Die Preisentwicklung seit Jahresbeginn – der Benchmark-Kontrakt hat sich auf rund 17.50 Euro verteuert – macht sich beim Blick in die Preiszukunft stark bemerkbar. Die Analysten sehen einen durchschnittlichen EUA-Preis für 2019 von 18.59 Euro je Tonne, im Folgejahr soll er bei 20.76 Euro liegen. Erstmals wagten die Analysten auch einen Blick auf 2021. Im Durchschnitt rechnen sie dann mit 21.88 Euro je Tonne. Das liegt 25 Prozent über dem aktuellen Handelspreis. Auf kurze Sicht hält man aber eine Korrektur für möglich, weil einige Marktteilnehmer versuchen dürften, Gewinne einzufahren.

Chinas Industrie wendet sich auf Druck der Regierung zunehmend von der Kohle ab und dem umweltfreundlicheren Schiefergas zu. Sie hofft damit die strengeren Vorgaben zum Thema Luftverschmutzung erfüllen zu können. Das Land verfügt mit nachgewiesenen 27 Billionen Kubikfuss über die grössten Vorkommen an Schiefergas und ist abgesehen von den USA und Kanada der weltweit grösste Produzent. Um die Lücke bei der Gasversorgung zu schliessen, hat das Finanzministerium im März 2018 die Steuer auf die Förderung um 30 Prozent gesenkt. Durch die staatliche Stimulierung dürften zwar die Investitionen in Schiefergas steigen und den Markt vergrössern. Die Produktion dürfte dennoch hinter den Vorgaben der Regierung zurückbleiben, denn die Exploration des Gases in China bleibt schwierig. Die Vorkommen sind geografisch relativ stark zersplittert und liegen zumeist im Gebirge. Die komplexen geologischen Strukturen sind eine Herausforderung, wenn es um die Kommerzialisierung von Schiefergas geht.