Energy Flash 14.11.2018

Im laufenden Jahr konnten in der Schweiz insgesamt rund 8‘500 Anla­gen zur Stromproduktion aus erneu­erbaren Energien neu gefördert wer­den. Dank steigender Stromprei­se und der ausreichenden Liquidität des Netzzuschlagsfonds stehen laut Angaben der Schweizer Regierung für das nächste Jahr mehr Mittel zur Ver­fügung. Damit werden die Wartelisten deutlich abgebaut und die Wartezei­ten verkürzt. Auch bei den Investiti­onsbeiträgen für die Kleinwasserkraft können 2019 erheblich mehr Mittel gesprochen werden. Anfang 2018 befanden sich 15‘000 Anlagen auf der Warteliste für klei­ne Photovoltaikanlagen. Im Verlauf des Jahres wurden pro Monat durch­schnittlich rund 700 PV-Anlagen neu angemeldet. Bis Ende des Jahres wird die Einmalvergütung an rund 6‘800 dieser Anlagen ausbezahlt, insgesamt 178 Millionen Franken. Bis Ende 2019 wird die Vergütung voraussichtlich für alle Anlagenbe­treiber ausbezahlt, die ihr vollstän­diges Gesuch bis 30. Juni 2018 ein­gereicht haben. Das betrifft rund 13‘500 Anlagen mit einer Leis­tung von etwa 260 MW. Die Warte­zeit bis zur Auszahlung der Prämie für Betreiber, die ihr Gesuch Ende 2018 einreichen, beträgt rund ein­einhalb Jahre. Das Fördervolumen beträgt 100 Millionen Franken.

Die angeblich schärfsten US-Sank­tionen gegen Iran entpuppen sich mehr und mehr als halb so wild. Nicht nur, dass die acht wichtigsten Abnehmer des Iran für weitere sechs Monate ira­nisches Öl kaufen dürfen. Die Aus­nahmen sind darüber hinaus gene­rös gehalten. Südkorea zum Beispiel darf zwei Drittel der normalen Menge einführen, Indien sogar drei Viertel. Die iranischen Ölexporte dürften ins­gesamt bei etwa 1.5 Millionen Barrel pro Tag liegen. Das sind rund 1 Million Barrel pro Tag weniger als in der Spit­ze. Somit ist die Wirkung vergleichbar mit den Sanktionen unter Obama. Die US-Regierung hatte zuvor mehrfach angekündigt, die iranischen Ölexporte auf Null drücken zu wollen. Gleichzeitig steigt die US-Rohölpro­duktion schneller als erwartet. Die US-Energiebehörde prognostiziert nun einen Anstieg auf 12 Millionen Bar­rel pro Tag im zweiten Quartal 2019. Ursprünglich wurde damit erst Ende 2019 gerechnet. Die OPEC steht damit unter Zugzwang, die jüngste Auswei­tung der Ölproduktion um rund 1 Mil­lion Barrel pro Tag wieder rückgängig zu machen, falls sie nicht ein massives Überangebot und ein weiteres Abrut­schen der Preise riskieren möchte.

In der Diskussion über den Koh­leausstieg rät der Klimaforscher Ott­mar Edenhofer der zuständigen Regie­rungskommission, sich nicht allein auf das Enddatum für die Kraftwerke und die Minderung der erzeugten Leistung zu konzentrieren. Zusätzlich sollte die Politik den Preis für freigesetztes Koh­lendioxid merklich erhöhen, sagte der Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Als angemessen nannte Edenhofer 35 Euro pro ausgestossener Tonne des klimaschädlichen Treibhausgases. Komme diese Prei­serhöhung nicht, bestehe die Gefahr, dass infolge steigender Strompreise, nicht ausgelastete Kohlekraftwerke profitabler betrieben werden können - und dann vielleicht sogar mehr Kohlen­dioxid ausstossen. „Das ist nichts, was wir uns leisten können“, sagte er. Der Preis von 35 Euro pro Tonne Kohlendioxid sollte aus Sicht des Wis­senschaftlers spätestens ab 2035 gel­ten, aktuell sollte der Mindestpreis bei etwa 20 Euro festgesetzt werden. Mitte Oktober hatte auch Bundesumwelt­ministerin Svenja Schulze (SPD) dafür geworben, den CO2-Ausstoss über einen Preis je Tonne zu verteuern und Klimaschutz damit wirtschaftlich attraktiv zu machen. Mit Blick auf die Weltklimakonferenz im Dezember in Kattowitz, müssten die Regierungen ihren hochgesteckten Zielen nun zügig konkrete Taten beim Klimaschutz fol­gen lassen. Vieles passe nicht zusam­men. So werde aktuell in vielen, vor allem ärmeren, Staaten massiv in kli­maschädliche Kohlekraftwerke inves­tiert. Auch steige in diesem Jahr der weltweite Ausstoss von Kohlendioxid erneut weiter an, trotz aller Bekenntnis­se zu mehr Klimaschutz nach dem Kli­maabkommen von Paris 2015.