Energy Flash 18.09.2019

Mit einem gewaltigen Preissprung hat Rohöl auf den Drohnenangriff auf zwei saudi-arabische Erdölanlagen reagiert. In der Spitze schossen die Notierungen um knapp 20 Prozent auf 71.95 US-Dollar je Barrel nach oben. Am Dienstagnachmittag notierte November-Brent mit 67.91 Dollar. Die Beruhigung der Märkte hat eingesetzt, nachdem US-Präsident Donald Trump die Freigabe von Öl aus den US-Reserven genehmigt. Er hat erlaubt, bei Bedarf auf die strategische Reserve zurückzugreifen. In welchem Umfang dies geschehen soll, muss noch festgelegt werden. Die US-Ölreserven haben einen Umfang von 630 Millionen Barrel. Deutschland wird sich dem US-Vorgehen nicht anschliessen und keine Reserven freigeben. Der Angriff auf die Raffinerie in Abqaiq und auf das Ölfeld Khurais hat den Ausfall von 5.7 Millionen Barrel pro Tag zur Folge. Das sind knapp 60 Prozent der Gesamtförderung des Landes und rund 5 Prozent des weltweiten Bedarfs.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat laut eigenen Angaben Aufsichtsmassnahmen gegen Opal-Gastransport und Gazprom beschlossen. Ziel ist die sofortige Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichts, das einen Beschluss der Europäischen Kommission zu den modifizierten Nutzungsbedingungen der Gasleitung Opal auf eine Klage Polens hin nichtig erklärt hat. Die betroffenen Kapazitäten dürfen weder vermarktet noch genutzt werden. Der Beschluss hat die Gaspreise nach oben getrieben. Am niederländischen TTF legte der Frontmonat Oktober bis gegen 15.00 Uhr 1.55 Euro auf 15.95 Euro je Megawattstunde zu. Am deutschen NCG kletterte das Kalenderjahr 2020 um 0.45 Euro auf 18.65 Euro. Nach Auffassung der BNetzA ist es Opal-Gastransport seit dem Urteil untersagt, auf der Opal weitere Versteigerungen der betroffenen Verbindungskapazitäten durchzuführen.

Laut Aussage von Bernard Doroszczuk, Chef der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN, sind Mindestens fünf vom französischen Versorger EDF betriebene Kernreaktoren von Anomalien bei den Schweissnähten betroffen. EDF will in etwa einer Woche die exakte Anzahl der betroffenen Anlagen nennen. EDF hatte am Dienstag für einige Reaktoren Probleme mit den Schweissnähten der Dampfgeneratoren eingeräumt. Daraufhin verloren die Anteile von EDF an der Börse 6.8 Prozent aus Furcht, die Mängel könnten zu Reaktorauszeiten führen. Die Nachrichten über die Probleme der französischen Kernkraftwerke hatten auch am deutschen Strommarkt erhebliche Auswirkungen gezeigt.