Energy Flash 19.09.2018

Das Kernkraftwerk Mühleberg mit 373 Megawatt installierter Nettoleistung hat seinen letzten Betriebszyklus begonnen, nachdem das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI dem Wiederanfahren zugestimmt hat. Mühleberg hatte für die Revisionsarbeiten während knapp vier Wochen die Stromproduktion unterbrochen. 46 der 240 Brennelemente wurden ausgetauscht, damit der Kern mit ausreichend Brennstoff für den letzten, 15-monatigen Zyklus versorgt ist. Am 20. Dezember 2019 wird der Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Mühleberg endgültig eingestellt.

Die europäische Windkraft wird in den kommenden fünf Jahren weiter stetig wachsen. Davon geht der Verband WindEurope aus, der zugleich auch vor politischen Unsicherheiten und mangelndem Ehrgeiz in einigen Ländern warnt. So soll die Windenergiekapazität in Europa bis 2022 im Schnitt jährlich um 17 Gigawatt auf 258 Gigawatt steigen. Dabei liegt die Onshore-Windenergie mit einem Neubau von 70.5 GW vor der Offshore-Windkraft mit insgesamt 16.5 GW. Deutschland bleibt weiterhin der stärkste Markt gefolgt von Spanien und Grossbritannien. Gleichzeitig gehen aber in den nächsten fünf Jahren auch zahlreiche europäische Windkraftanlagen der ersten Generation vom Netz und werden abgebaut.

Nach dem steilen Anstieg und dem ebenso deutlichen Rückgang der Notierungen am Zertifikatemarkt dürfte sich der Preis innerhalb der nächsten Tage um die 20 Euro je Tonne stabilisieren. Bis zum Donnerstag, dem Stichtag für das Auslaufen von Optionen auf die Zertifikate, ist aber noch mit hoher Volatilität zu rechnen. Der Optionsmarkt ist auch einer der Gründe für den vorausgegangenen starken Anstieg der Preise gewesen. Deshalb will Polen die EU dazu auffordern, die schnelle Verteuerung des CO2-Preises zu untersuchen. Der Anstieg in den vergangenen Wochen hat die Produktionskosten für Kraftwerksbetreiber deutlich in die Höhe getrieben. Der polnische Energieminister Krzysztof Tchorzewski will die EU-Kommission auffordern, die genauen Ursachen des Anstiegs zu prüfen. Die EU-Richtlinie zum Emissionshandel sieht in ihrem Artikel 29a eine Überprüfung des Preismechanismus vor, wenn „der Preis der Zertifikate mehr als sechs aufeinander folgende Monate lang mehr als das Dreifache des Durchschnittspreises der Zertifikate in den beiden vorhergehenden Jahren auf dem europäischen CO2-Markt beträgt.“ Falls sich dabei herausstellt, dass die „Preisentwicklung nicht auf veränderte Marktgegebenheiten zurückzuführen ist“, können die Mitgliedsstaaten dazu berechtigt werden, Versteigerungen vorzuverlegen oder „bis zu 25 Prozent der in der Reserve für neue Marktteilnehmer befindlichen Zertifikate zu versteigern.“ Aber es ist unwahrscheinlich, dass Polen allein mit Hilfe des Artikels 29a bewirkt, dass zusätzliche Zertifikate in den Markt gegeben werden und der Preis dadurch gedrückt wird.

Die Auslastung der Gasspeicher in Deutschland lag nach den vorläufigen Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE) letzte Woche bei 74.6 Prozent. Nach den Prognosen für die Entwicklung der Kapazitätsauslastung soll der Höhepunkt im vierten Quartal bereits Mitte Oktober, also einen halben Monat früher als 2017 erreicht werden. Dann sollten die Gasspeicher zu 78.1 Prozent gefüllt sein, im Vergleich zu 89.1 Prozent zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres zum Maximum des vierten Quartals 2017 von 92.4 Prozent. Der prognostizierte Wert wäre gleichzeitig auch der niedrigste Wert für den Gipfel eines Jahres seit 2011, dem Beginn der GIE-Statistik. Allerdings prognostiziert das Modell auch nur einen Rückgang der Kapazitätsauslastung auf 29 Prozent per Ende März 2019. Zum Ende der Wintersaison 2017/18 lag der Auslastungsgrad bei 14.4 Prozent. Auf den ersten Blick hat es also den Anschein, dass die geringe Speicherauslastung im Vergleich zu den Vorjahren kein Problem darstellt, wenn die Ausspeicherungen auch im Mittel der vergangenen Jahre bleiben. Dabei sind allerdings auch recht warme Winter mit nur geringen Speicherentnahmen in die Berechnung eingegangen. Kommt es dann nicht zu einem warmen Winter, besteht das Risiko, dass die Gaspreise für Januar und Februar nicht nur weit über den ölindexierten Gaspreisen, sondern auch über den aktuellen Notierungen der Futures für die Lieferungen in den ersten Monaten von 2019 liegen könnten. Dies dürfte in den nächsten Wochen die Preise für das kurze Ende der Terminkurve auf hohem Niveau halten, auch um einen Anreiz für höhere Einspeicherungen in der verbleibenden Zeit zu liefern.