Energy Flash 21.08.2019

Der Terminmarkt Strom und das sonstige Marktumfeld leiden aktuell unter der weltwirtschaftlichen Eintrübung. Das Risiko eines deutlichen Rückgangs der Weltkonjunktur scheint somit noch nicht vollständig in den Preisen für Strom, die Energieträger Kohle und Gas sowie für CO2 eingepreist zu sein. Der Frontjahreskontrakt Strom in Deutschland verlor am Montag bis Frühnachmittag 0.20 auf 48.05 Euro, konnte jedoch seine im frühen Handel gesehenen Verluste am Spätnachmittag begrenzen und bei 48.50 Euro schliessen. Am OTC-Strommarkt Schweiz kam am Montag kein einziger Trade zustande. Am Dienstag dagegen wurden im Frontjahr Base insgesamt 4 Trades zwischen 52.85 und 52.90 Euro und somit den am vergangenen Freitag gehandelten Preis bei 52.95 Euro noch einmal bestätigt. Mit dem enormen Preisrückgang der letzten Wochen sind zudem die Spreads zwischen Deutschland und der Schweiz wieder auseinander gegangen.

Nach dem Preisrutsch bei den EUA-Futures vergangene Woche unter die wichtige Unterstützungsmarke von 27.85 Euro fiel der Benchmark-Kontrakt Dec-19 auf 26.19 Euro und damit fast auf die nächste Unterstützungsmarke von derzeit 26.14 Euro. An diesem Dienstagvormittag konnte er sich gut erholen und notierte in der Spitze bei 27.04 Euro, musste allerdings bis zum Handelsschluss bei 26.20 alle Gewinne des Tages wieder abgeben. Damit dürfte die nächste Zielmarke von 30 Euro je Tonne noch weiter in die Ferne rücken.

Fester hat sich die Rohölsorte Brent am Montag gezeigt. Marktteilnehmer bezeichneten die Aufschläge als Gegenbewegung nach den massiven Abgaben in jüngster Zeit. Auch die Aktienmärkte erholten sich von ihren zuletzt gesehenen Tiefständen. Bei vielen Investoren verfestige sich der Eindruck, dass die Märkte auf die aufkommenden Rezessionsängste überreagiert hätten. Ähnlich wie an diesem Montag hatte sich die Rohölsorte Brent am vergangenen Freitag präsentiert, büsste jedoch nach Veröffentlichung des Monatsberichts des Rohölkartells Opec einen grossen Teil ihrer zuvor gesehenen Gewinne wieder ein. Die Organisation hatte ihre Prognose für das Wachstum der globalen Ölnachfrage auf 1.10 Millionen Barrel pro Tag von zuvor 1.14 Millionen Barrel pro Tag zurückgenommen. Ursache für die pessimistischeren Schätzungen seien die weltweite konjunkturelle Abkühlung und die Unwägbarkeiten im US-chinesischen Handelskrieg, so das Rohölkartell. Diese Zahl liegt nur 40.000 Barrel pro Tag niedriger als zuvor, aber sie vervollständigt das Bild, das bereits andere große Ölinstitute, ein überraschender Anstieg der US-Öllagerbestände und rezessive Signale wie eine inverse Zinskurve gezeichnet haben. Die Opec senkte auch ihre Prognose für das Angebotswachstum 2019 und 2020 für die Länder außerhalb der Opec - eine Gruppe, zu der auch die USA gehören, die jetzt mit ihrem Schieferöl ein Energieexporteur sind. Die hohe Produktion in den USA hat Bedenken hinsichtlich einer Angebotsschwemme ausgelöst. Trotz der reduzierten Produktion aus dem Iran und Venezuela haben einige Analysten vorgeschlagen, dass die Opec ihre vereinbarte Kürzung entweder strenger durchsetzen oder sogar vertiefen muss, um die Preise zu stützen.