Energy Flash 24.07.2019

In der laufenden Woche wird für die Schweiz und weitere Teile Europas erneut eine Hitzewelle prognostiziert, die laut sowohl amerikanischem als auch europäischem Wettermodell am Wochenende wieder abflauen wird. Uneinig sind sich beide Wettermodelle nur darüber, wie nach diesem Wochenende weitergeht. Geht es nach den europäischen Prognosen, reicht es allerdings nur zu einer kurzen Verschnaufpause, ehe es in der kommenden Woche heiss weitergeht. Das US-Modell hingegen geht von einem fortschreitenden Temperaturrückgang bis in den Normalbereich aus. Die hohen Temperaturen hätten wegen der Kühlwasserproblematik bereits zu ersten Betriebseinschränkungen bei den französischen Kernkraftwerken Saint-Alban an der Rohne (50 Kilometer südlich von Lyon) sowie bei Golfech in der Nähe von Toulouse geführt, so eine Medienmitteilung der französischen Kraftwerksbetreiberin EDF. Beide Kraftwerke bestehen aus zwei Reaktoren mit je 1‘300 MW Leistung. Die Situation könnte sich in der laufenden Woche noch deutlich verschärfen und die derzeit noch recht moderaten Preise am kurzen Ende des französischen (und damit auch des Schweizer) Marktes nach oben treiben. Hierzulande sei man von kühlwasserbedingten Problemen allerdings noch ein Stück weit entfernt.

Der Montag hat sich am Spotmarkt deutlich fester präsentiert, ab Dienstag fällt der Beitrag der Erneuerbaren Energien an der gesamten Stromproduktion etwas geringer aus. Zudem wird für die kommenden Tage eine deutlich höhere Last prognostiziert, die im Zuge der herannahenden Hitzewelle und der vermehrt anspringenden Klimaanlagen zu erwarten ist. Diese hohen Temperaturen sowie die eher moderaten Strommengen aus Erneuerbaren Energien in der laufenden Woche dürften die Preise am kurzen Ende des Strommarktes zusätzlich stützen.

Das lange Ende des Strommarktes zeigte sich am Montagvormittag ebenfalls in Deutschland sehr fest bei 53.10 Euro, verlor allerdings bis zum Spätnachmittag 0.69 auf 52.31 Euro. Am Schweizer OTC-Markt kam im Frontjahr 2020 kein Deal zustande, ermittelt wurde jedoch ein Schlusskurs von 56.58 Euro. Haupttreiber für den Preisanstieg waren die CO2- sowie Kohlepreise, wobei der Brennstoff bemerkenswerterweise zwischenzeitlich über die 70-Dollar-Marke schaffte und den ersten Handelstag dieser Woche mit einem Kurs von 71.25 Dollar pro Tonne schloss. Beim zweiten Brennstoff Erdgas legten die Terminnotierungen im Wochenvergleich nur marginal zu. Die Verteuerung bei Kohle sowie die weiterhin hohen CO2-Preise sind jedoch gute Voraussetzungen für einen Fuel Switch von Kohle zu Gas, wodurch der Energieträger Erdgas weitere Unterstützung bekommt.

Beim dritten Brennstoff Rohöl konnte insbesondere die Sorte Brent einen Teil seiner Verluste am vergangenen Freitag wieder wettmachen. Grund für den Preisanstieg war die Sorge um eine Eskalation am Persischen Golf. Die USA hatte am Donnerstag den Abschluss einer iranischen Drohne über der Strasse von Hormus (Hormus Island) gemeldet, was prompt von Teheran bestritten wurde.