Energy Flash 31.07.2019

Ohne grosse Auswirkungen auf den CO2-Preis blieb letzte Woche die Wahl von Boris Johnson zum neuen Chef der britischen Konservativen. Vor der Wahl kletterte der Benchmark-Kontrakt EUA Dec 19 um 12:33 Uhr auf ein neues 11-Jahres-Hoch bei 29.64 Euro. Um 15:30 Uhr kostete CO2 zur Lieferung im Dezember 2019 an der ICE 29.62 Euro. Bis zu diesem Zeitpunkt wechselten 16 Millionen Berechtigungen den Besitzer. Zum Settlement am Montag hatte der Dec 19 mit 28.99 Euro in den Büchern gestanden. Der CO2-Markt zeigt sich stark, auch wenn durch die Wahl von Johnson zum neuen Tory-Chef die Möglichkeit für einen ungeordneten Brexit wieder im Raum steht. Deutlich geringer als zunächst angenommen dürfte die Zahl der Berechtigungen sein, die britische Unternehmen im Fall des britischen Ausstiegs aus dem EU-ETS auf den Markt bringen. Viele dürften die Berechtigungen auf ein Registerkonto auf dem Kontinent oder an Tochterunternehmen transferiert haben und darauf warten, dass der Preis noch weiter steigt. Da langfristig eine Verknüpfung zwischen einem nationalen britischen und dem europäischen Emissionshandelssystem geplant ist, verlieren die Zertifikate auch nicht an Wert. Das haben die Unternehmen erkannt. Zunächst hatte es Schätzungen gegeben, wonach 60 Millionen britische Berechtigungen an den Markt gelangen und den Preis unter Druck setzen könnten. Auch mit Johnson als Premierminister sei ein harter Brexit noch nicht ausgemacht. Das House of Commons dränge auf eine gütliche Trennung mit der EU. Möglich sei auch ein Misstrauensvotum der Labour-Partei gegen Johnson, was zu einem erneuten Aufschub des Austrittsdatums führen könnte. Alle Varianten sind weiter auf dem Tisch.

Beim schweizerischen Kernkraftwerk Gösgen mit einer Nettoleistung von 1‘010 Megawatt unweit der Grenze zu Baden-Württemberg hat ein Kurzschluss im Schaltanlagengebäude am Freitag zu einer Turbinenschnellabschaltung geführt. Die Anlage sei in einem sicheren Zustand, teilte der Betreiber mit. Nach der Ursache werde gesucht. Das Atomkraftwerk Gösgen liegt rund 50 Kilometer südöstlich von Basel. Es ist eines der fünf Schweizer Atomkraftwerke. Eines davon, die Anlage in Mühleberg, soll am 20. Dezember abgeschaltet werden.

Etwas leichter hat sich Rohöl der Sorte Brent in volatilem Handel am Montag präsentiert. Die Kontrakte bewegten sich in einer relativ engen Bandbreite. Viele Marktteilnehmer warteten auf neue Signale von den US-chinesischen Handelsgesprächen, die diese Woche wieder aufgenommen werden. Die derzeitigen Spannungen zwischen den USA, Grossbritannien und Iran, haben keinerlei treibenden Einfluss auf dem Rohölpreis. Gegen 16:30 Uhr zeigte sich der Oktober-Brent mit einem Rückgang von 0.15 auf 63.22 US-Dollar je Barrel. Das September-Gasöl präsentierte sich hingegen um 1.50 auf 587.50 Dollar je Tonne erhöht.