Trotz Erdbebengefahr und anderer Risiken will der Bundesrat die Anwendung der  Fracking-Technologie nicht verbieten.

Beim Fracking wird das Gestein im tiefen Untergrund hydraulisch aufgebrochen, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. Der Bundesrat sieht keinen Grund, diese Technologie grundsätzlich zu verbieten oder ein Moratorium zu verhängen, da es auch bei Geothermiebohrungen zur Anwendung kommt. Es soll aber nicht zur Erschliessung von Erdgasvorkommen genutzt werden

Fracking werde seit etwa 15 Jahren eingesetzt. In Mittel- und Westeuropa seien dank strenger Umweltvorschriften bis heute keine negativen Umweltauswirkungen bekannt, heisst es in einem Bericht. Doch die Risiken sind vielfältig. Das Aufbrechen des Gesteins kann Erdbeben auslösen, so wie in Basel im Dezember 2006.

Gemäss dem Bericht können chemische Zusatzstoffe zur Fracking-Flüssigkeit Grund- und Oberflächenwasser verschmutzen. Eine weitere Gefahr sind Schadstoffe wie Schwermetalle oder radioaktive Substanzen, die aus der Tiefe gefördert werden können.

Der Bundesrat ist jedoch überzeugt, dass diese Risiken auf ein vertretbares Mass gesenkt werden können. Voraussetzung dafür sei, dass die bestehenden umweltrechtlichen Vorschriften korrekt vollzogen würden.

Darüber hinaus hat er im Bericht Grundsätze für das Fracking festgelegt. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) will in einem nächsten Schritt prüfen, ob ein Kataster der Tiefenbohrungen angelegt und allenfalls Rechtsgrundlagen angepasst werden müssen.

Der Bundesrat will auch die Grundlagen für eine einheitliche Vollzugspraxis durch die Kantone schaffen. Die Nutzung des Untergrunds liegt in deren Zuständigkeit. In einigen Kantonen gilt heute ein Fracking-Moratorium, andere arbeiten an neuen Gesetzen zur Nutzung des Untergrunds.

Quelle: sda


Jean-Marc Pache






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