Für alle Kunden die Strom oder Erdgas am freien Markt beziehen, stellt sich die Frage nach dem richtigen Einkaufszeitpunkt. Denn anders als in der Grundversorgung werden die Preise nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr publiziert und sind für alle verbindlich, sondern verändern sich täglich, teilweise sogar stündlich. Der Grund: Die aktuellen Energiepreise an den Grosshandelsmärkten sind starken Schwankungen unterworfen.

Wann ist nun also der beste Zeitpunkt die benötigte Strom- respektive Erdgasmenge zu beschaffen? Grundsätzlich gilt: Bei steigenden Preisen sollte so früh wie möglich beschafft werden und bei sinkenden Preisen erst kurz vor der Lieferung. Wenn die Preisentwicklung unklar ist, empfiehlt es sich, nicht auf einen einzelnen Beschaffungszeitpunkt zu setzen. Die Beschaffung mit mehreren Tranchen hat sich deshalb bei grossen Industriebetrieben etabliert.

Um den Energieeinkauf in mehreren Tranchen zu vereinfachen, bietet sich eine Beschaffungsstrategie mit Preisüberwachung (Trailing Stop Order) an. Dabei werden mit dem Kunden die Beschaffungszeiträume und die Mengen einmalig definiert. Danach überwacht meist der Energielieferant die Energiepreise. Pro Beschaffungszeitraum wird eine Preisobergrenze definiert. Diese sinkt, wenn die Energiepreise sinken und bleibt fix wenn die Preise steigen. Somit wird bei einem Preiszerfall nicht frühzeitig beschafft. Erst wenn die Preise wieder steigen, wird eingekauft. Dadurch bleibt der Kunde von Überraschungen verschont: Er profitiert von sinkenden Preisen und hat gleichzeitig eine Absicherung bei steigenden Preisen und dies alles ohne viel Zusatzaufwand.


Reto Schaltenbrand






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